Der Bremer Babbeler - Ein Produkt aus dem Bremer Westen

TURA-TV zeigt neuen Film der Geschichtswerkstatt Gröpelingen

 

(veröffentlicht am 21.06.09 in den Ausgaben West, Links-der-Weser und Nord des Weser-Reports, in der Ausgabe West des Bremer Anzeigers, am 22.06.09 im Stadtteilkurier West und am 23.07.09 in den Stadtteilkurieren Mitte, Links-der-Weser, Süd-Ost und Huchting der Bremer Nachrichten und des Weser-Kuriers; ausgestrahlt am 23.06.09, 22.07.09, 23.07.09 und 26.07.09 in RadioWeser.TV; siehe auch "Der Bremer Babbeler", eine Buten-un-Binnen-Produktion vom 15.08.09,

und die Vegesacker Webseite http://www.vip-bremen-nord.de/Vorgestellt/Bremer_Babbeler.html) 

Der längste Hustenbonbon der Welt                       Doventorsteinweg 94 um 1905 (heute Landwehrstr.)

„Den Bremer Babbeler könnte man scherzhaft auch als den längsten Hustenbonbon der Welt bezeichnen.“ Mit diesen Worten beginnt die 10-minütige Videoproduktion der Geschichtswerkstatt Gröpelingen e. V., die erstmals am Dienstag, dem 23.06.09, um 20.15 Uhr bei TURA-TV im Radio-Weser-TV (Offener Kanal) ausgestrahlt wird.
Die bekannte Bremer Spezialität des "Babbelers" ist noch heute ein Souvenir für alle Buten-Bremer, gleichgültig, ob sie nach Süddeutschland oder nach Übersee ausgewandert sind. Die daheimgebliebenen Verwandten werden bei Besuchen stets aufgefordert, doch "bitteschön" ein paar Exemplare dieser Bremer "Süßigkeit" mitzubringen, da sie nur in Bremer Apotheken, im Schnoor, in einigen Kiosken der Bremer Innenstadt oder auf dem Bremer Freimarkt erhältlich ist. Um die Herstellung und die Namensgebung ranken sich allerlei Legenden. Die Geschichtswerkstatt Gröpelingen ist der Angelegenheit nachgegangen und hat den Erfinder und vier andere geschichtliche Hersteller ermittelt, deren Betriebe bis auf einen alle im Bremer Westen lagen.
Der Film schildert die ursprüngliche Herstellungsweise und nennt die Produktionsstätten damals und heute. Wie bei den meisten Videoproduktionen der Geschichtswerkstatt wird der Zuschauer nicht nur mit Hilfe historischer Bilder, sondern auch mit zeitgenössischen - diesmal „zuckerhaltigen“ - Popsongs aus den 50er- und 60er-Jahren sehr anschaulich in die Vergangenheit entführt.

Babbeler-Hersteller Friedrich Bruns Friedr.Bruns 2008, der Enkel des Babbeler-Erfinders

Der Bremer Babbeler wurde 1886 von dem Utbremer Konditormeister und Bonbonkocher Albert Friedrich Bruns erfunden. Die Produktionsstätte der Firma Bruns war im Doventorsteinweg 94 (in der heutigen Landwehrstraße) untergebracht. Ob der Erfinder seinem Produkt schon den Namen "Babbeler" gab, ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass der Volksmund der Zuckerstange diesen Namen gab, weil man sie zum Genuss ständig im Mund (plattdeutsch: "Babbel") lassen musste und sie dabei ziemlich klebrig wurde. Möglich ist auch eine spätere Namensverwechslung mit dem holländischen Sahne-bonbon "Babbelaar". Das erstmals 1912 von der Firma Napoleon in der holländischen Provinz Zeeland hergestellte Produkt hat zwar von der Farbe, nicht aber vom Geschmack her eine gewisse Ähnlichkeit mit der Bremer Spezialität.


Wegen der Beliebtheit dieses typischen Bremer Naschwerks entstand schon in den 20er-Jahren in Walle eine zweite Produktionsstätte. Es handelte sich um den Betrieb der Firma Friedrich Germann am Steffensweg 148. In den 30er-Jahren wurde dann auch in Gröpelingen eine Babbeler-Fabrik gegründet. In der Goosestraße 49 produzierte der Bonbonkocher Karl Klarholz den sog. Hansa-Babbeler.

Außerhalb des Bremer Westens nahm zeitgleich die Firma Julius Hiller in der Muggenburg 41 eine Babbelerproduktion auf und setzte sie nach dem Krieg an anderer Stelle in Bremen fort.
Durch die Bombenangriffe der Alliierten im Jahr 1944 wurde der Bremer Westen weitgehend zerstört. Nach dem Krieg wich die Firma A. F. Bruns nach Bremen-Nord aus und die Firma Germann verlagerte ihre Produktion in die Bremer Neustadt. Lediglich die Firma Hansa-Babbeler in der Goosestraße baute an gleicher Stelle wieder auf. Sie erhielt aber bald Konkurrenz durch den Kaufmann Friedrich Reichert, der in der Liegnitzstraße 61 ebenfalls eine Babbeler-Fabrikation begann. Friedrich Reichert stellte als erster den Babbeler in Bonbonform her.

Babbeler-Bonbon 1951 Reklame 1951

Babbeler werden heute in Gröpelingen nicht mehr produziert. Die einzigen Fertigungssstätten sind nur noch die Firma Germann in der Neustädter Kornstraße und die Firma Bruns in der Bertholdstraße in Bremen-Nord, wo Gerald Bruns, der Urenkel des Erfinders den „Echten Bremer Pfefferminz-Babbeler“ noch heute in bewährter Handarbeit herstellt.

Auch in der Literatur hat der Babbeler seinen Einzug gefunden. Für Bremer Lokalpatrioten ein Muss:

Der Krimi "Babbeler für Stelljes" von Heinz-Detlef Scheer!

Wer mehr über die traditionelle Bonbon- und Zuckerstangenherstellung erfahren möchte, sollte einmal auf http://www.bonbonmuseum.com klicken.

 

Rechtsstreit um den Markennamen Babbeler
Stellungnahme der Geschichtswerkstatt.pd[...]
PDF-Dokument [216.9 KB]