Von Gröpelinger Persönlichkeiten, Bauwerken und magischen Orten

Geschichtswerkstatt stellt Konzept für vier historische Rundgänge vor

Pressemitteilung vom 10.03.2014
(veröffentlicht im Bremer Westen am 27.02.2014 und im Weser-Report Ausgabe West und Ost am 19.03.2014)

"Haben Sie gewusst, dass es auch in Gröpelingen sagenumwobene Orte gibt?" So lautete die Frage des Vorsitzenden der Geschichtswerkstatt Gröpelingen e.V., Günter Reichert, an sein erstauntes Publikum auf der Sitzung des Stadtteilbeirates Gröpelingen am 26.02.2014. "Nach Erzählungen aus dem Mittelalter spielte der Riese Hüklüt (www.worpswede24.de/weyerberg.htm), der der Sage nach für die Entstehung des Weyerberges verantwortlich ist, auch für Gröpelingen eine Rolle." In der Erzählvariation von Lüder Halenbeck habe er auf seinem Weg zum Teufelsmoor am Gröpelinger Weserufer den Sand entnommen, den er zur Begehung des Morastes im Moor benötigte. "Auf diesen Sanddünen wurden später die erste Gröpelinger Kirche und die Schule gebaut."

Station 1 - Die alte Gröpelinger Kirche Station 1 - Die alte Gröpelinger Kirche

Die Geschichtswerkstatt Gröpelingen hat in den letzten drei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Ortsamt West ein Netz von historischen Rundgängen auf dem Gebiet des Stadtteils Gröpelingen konzipiert, das wegen seiner Weitläufigkeit in vier Abschnitte aufgeteilt wurde. Diese "Historischen Rundgänge" durch Gröpelingen werden von einem Wegweiser in der Form einer Broschüre begleitet. Auch die zusätzliche Erstellung einer Handy-App nach Fertigstellung des Projektes ist geplant. Grundsätzlich werden Schilder in DIN-A3- (42cm x 30cm cm) oder DIN-A2-Größe (42cm x 60cm) entstehen, die möglichst an Gebäudewänden angebracht werden sollen. Alle Tafeln sind aus 4mm starkem Alu-DiBond gefertigt und mit einem Digitaldruck auf Klebefolie incl. Anti-Graffiti-Laminat versehen. Der Hersteller garantiert eine Mindesthaltbarkeit von 7 Jahren.

Der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt führte aus, dass das Vorbild für diese Wege nicht nur die Findorffer historischen Tafeln seien, sondern auch die sog. Heritage Walks (Wege der Herkunft), die er mit seiner Frau auf Reisen in Australien und Neuseeland kennen gelernt hatte. Den Neuseeländern sei es gelungen, neben den nüchternen Fakten auch die Sagen und Mythen der Maoris in die Texte der Infotafeln und Begleitbroschüren mit einfließen zu lassen. So entstünden für Einheimische und Touristen Orte mit magischem Charakter (s. auch "Sagen und Märchen aus Gröpelingen und Umgebung").

Der "Roter Rundgang" genannte erste Weg im Lindenhofviertel mit ehemaliger Kirche, Schule, der Großwerft AG-Weser und vier anderen Stationen soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

 

Der zweite "Blaue Rund-gang" (Station 7 bis 14) beginnt mit dem Bunker am Pastorenweg und führt am Waller Friedhof vorbei, die Heerstraße entlang bis zum ehemaligen jüdischen Altersheim.

Der "Grüne Rundgang" mit den Stationen 15 bis 20 führt von der ehemaligen Harff'schen Mühle am Mühlenberg beim DIAKO bis zur alten Hafenapotheke.

Station 15 - Die Harff'sche Mühle Station 15 - Die Harff'sche Mühle

Das in verschiedenen Märchen als "Gröpelinger Mühle" manchmal auch "Oslebshauser Mühle" bezeichnete Gebäude soll eine widerspenstige Katze beherbergt haben, die sich als leibhaftige Hexe herausstellte. (Siehe Erzählung Nr. 465 des Rablinghauser Heimatforschers Bernhard Rutenberg in Will-Erich Peukerts Bremer Sagen - Denkmäler Deutscher Volksdichtung Band 5)

 

Der vierte "Schwarze Rundgang" beginnt mit der Station 21 am Nachbarschaftshaus mit Hinweisen auf die ehemaligen Gebäude "Skala-Lichtspiele" und "Ohlenhofschule". Er endet mit den Stationen 25 und 26, dem "Gröpelinger Grenzstein von 1743" am Schwarzen Weg und der "Humannschule".

Während der Weg durch das Lindenhofviertel leicht zu Fuß zu bewältigen ist, wird für die drei anderen Rundgänge die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel empfohlen. Die Finanzierung des "Roten Rundgangs" und Teile des "Blauen Rundgangs" ist durch eine Spendenaktion der Gröpelinger Elefanten-Apotheke bereits gesichert. Für die weiteren Wege sollen Globalmittel beantragt werden.