Von Kutschers, Peer, Zigarrn- und Piepenmokers

Gröpelinger Vereine präsentieren Bremensien in Bild und Ton

 

(veröffentlicht in den Stadtteilbeilagen West, Südost und Nordost des Weser-Kuriers und der Bremer Nachrichten am 19.04.2010, im Weser-Report am 21.04.2010, im Bremer Anzeiger am 21.04.10, im Burg-Lesumer Vereinsblatt (BLV) am 11.08.2010, in der Norddeutschen am 18.08.2010 und in Radio-Bremen-TV "buten un binnen" am 23.04.2010. Siehe auch die Vegesacker Websites http://www.vip-bremen-nord.de/Aktuell/film-bremensie.html und http://www.vulkanesentreffen.de/3-Veranstaltungen/film-bremensien.html)

„De Welt geiht nochmol kapott, wenn de Peer all wech sünd!“ hat einmal Klein-Heini, ein Gröpelinger Original und Laufbursche bei der Getreideanlage, gesagt. Diese Behauptung ist nicht so ganz von der Hand zu weisen, wenn man an die klimaverändernden Schadstoffe der Millionen Kraftfahrzeuge denkt, die das Pferd als Transportmittel abgelöst haben. Nur wenige Gröpelinger erinnern sich noch daran, dass Pferdefuhrwerke einst die Straßen ihres Stadtteils beherrschten. Daran will die Geschichtswerkstatt zusammen mit anderen Gröpelinger Vereinen am Freitag, dem 23.04.2010 um 20 Uhr im Gemeindesaal an der Danziger Straße erinnern.

Die Veranstaltung beginnt mit einem Bildervortrag der Geschichtswerkstatt über alte Gröpelinger Kutscher, die mit ihren Fuhrwerken die Bevölkerung mit Heizmaterial, Gemüse und anderen Lebensnotwendigkeiten versorgten, aber auch mit Dienstleistungen an Hochzeiten, Beerdigungen und Schützenfesten aufwarteten. Gleich danach wird ein Film aus dem Fundus der Bremer Filmamateure e.V. vorgeführt, der die Brauereipferde von Haake-Beck bei ihren letzten Einsätzen in den 90er-Jahren zeigt. Dieses 15-minütige Video des heute 92-jährigen Filmemachers Heinz Beuermann in plattdeutscher Sprache heißt dann auch sinnigerweise: „Von Kutschers, Peer, Beer und noch mehr.“
 Im nächsten Beitrag geht es um eine ebenfalls ausgestorbene Zunft, die Bremer Zigarrenmacher. Wer weiß heute schon, dass die Zigarrendreher ähnlich stark gewerkschaftlich organisiert waren wie die Hafen- und Werftarbeiter und Einfluss auf die Politik nehmen konnten? So stammte z. B. der ehemalige Bremer Bürgermeister Deichmann aus der Zunft der Zigarrenmacher. Heinz Beuermanns Kurzfilm beschreibt die Arbeit des letzten Zigarrendrehers im Schnoorviertel und heißt deswegen auch „Der Letzte seiner Zunft“.

Auch im vierten Beitrag geht es um eine Bremensie. Die an die bremischen Häfen gekoppelte tabakverarbeitende Industrie benötigte neben den Zigarrenmachern auch Pfeifenhersteller, die ihre Arbeit wie die Zigarrendreher in Heimarbeit verrichteten. Heinz Beuermanns dritter Film (diesmal nur in Hochdeutsch) zeigt, welche Kunstfertigkeit, welche genauen Materialkenntnisse und welcher hohe Zeitaufwand für die Herstellung einer Qualitätspfeife nötig ist.

 

Falls die Besucher Gefallen an diesen kleinen filmischen Kostbarkeiten finden sollten, planen die Veranstalter sozusagen als Zugabe den Film „E.T.A. Bremen“ des Gröpelingers Volkhard Kämena vorzuführen, der von der Arbeit der Bremer See- und Flusslotsen handelt. Alle Filme dieses Abends haben erste und zweite Plätze bei bundesweiten Amateurwettbewerben errungen. Die Autoren sollen selbst zu Wort kommen. Zwischen den einzelnen Beiträgen spielt Otto Schwarzien vom Plattdütschen Vereen Gröpeln auf dem Akkordeon.

 

Dank des Entgegenkommens der Evangelischen Gemeinde Gröpelingen und Oslebshausen, die als Mitveranstalter den Gemeindesaal zur Verfügung stellt, ist der Eintritt frei.

Verlauf der Veranstaltung siehe pdf-Datei "Haake-Beck-Pferde". Sie wird am 16.08.2010 um 20 Uhr in der Stadtkirche Vegesack im Rahmen des Vulkanesentreffens wiederholt.