Mit Träumen und mit Tränen

Migrationsausstellung in den neuen Räumen der Geschichtswerkstatt Gröpelingen

Pressemitteilung vom 04.05.2014

(veröffentlicht im Weser-Kurier und in den Bremer Nachrichten am 07. und 12.05.2014 unter "Tipps, Termine, Treffpunkte", im Stadtteilkurier Süd-Ost am 11.05.2014 und im Bremer Anzeiger am 17.05.2014 als Artikel mit Foto)

Migrationsausstellung in den neuen Räumen der Geschichtswerkstatt Gröpelingen e.V. Plakatausstellung in den neuen Räumen der Geschichtswerkstatt Gröpelingen e.V.

Die vom Geschichtskontor des Waller Brodelpotts im März 2014 gestartete Ausstellung „Mit Träumen und mit Tränen“ über Ein- und Auswanderung in Bremen wird nun in den Vereinsräumen der Gröpelinger Hobbyhistoriker in der Liegnitzstr. 61 mit den Schwerpunkten Deportation, Fremdenhass, Umsiedlung, Zwangsarbeit und Auswandererschicksale fortgesetzt. Die Geschichtswerkstatt zeigt 14 von 22 Plakaten aus der gleichnamigen Wanderausstellung des Arbeitskreises der Bremer Archive, einem Zusammenschluss aus staatlichen und privaten Archivgruppen im Lande Bremen. Zusätzlich werden zwei Plakate der Gröpelinger aus der Rathausausstellung „Ein KZ wird geräumt“ aus dem Jahr 2003 gezeigt.

Titelplakat im Schaufenster der Geschichtswerkstatt Gröpelingen Titelplakat im Schaufenster der Gröpelinger

Zu Beginn der Ausstellung trifft der Besucher auf zwei Plakate, die sich mit dem Schicksal einer Gruppe sog. Shanghai-Juden beschäftigt, deren Odyssee im Gröpelinger Tirpitz-Lager endet. Die nächsten Plakate zeigen die Anwerbung von Arbeiterinnen aus Osteuropa für die bremische Textilindustrie um 1890 und den Hass gegenüber den Fremden, die ihren katholischen Glauben aus ihrer alten Heimat mitgebracht hatten. Die Abneigung gegenüber den Einwohnern des Waller „Vatikans“ gipfelte in einem Attentat eines arbeitslosen evangelischen Lehrers auf die Schule der Mariengemeinde, in dem 5 Kinder und der Schuldiener erschossen und viele verletzt wurden.


Auf den Plakaten 5 und 6 wird der Abriss des Jahrhunderte alten Dorfes Mittelsbüren gezeigt, das einer Erweiterung der Norddeutschen Hütte weichen musste, die nie durchgeführt wurde.

Die nächsten beiden Plakate schildern die Arbeitsbedingungen der osteuropäischen Fremdarbeiter in der Blumenthaler Wollkämmerei und der Hemelinger Jute-Spinnerei und -Weberei. Die Plakate 9, 10 und 11 zeigen das Schicksal von Zwangsarbeitern in Gröpelingen und Mahndorf während des Zweiten Weltkrieges.
Drei Plakate aus Borgfeld beschreiben den notwendigen Siedlungsbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, den Einzug von Fremden in das alte Dorf und den abenteuerlichen Weg von Bessarabien-Deutschen nach Borgfeld. Den Abschluss bilden die Plakate 15 und 16 aus Arsten mit den Auswanderer-Themen „Erinnerte Heimat“ und „Verblassende Heimat“.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20.05.2014 an Werktagen zwischen 15 und 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.